Pälzer Reblausgschichde

Reblaus

Winn un Winne
Pälzer Reblausgschichde
Richard Müller (1992)

Zeichnungen von Gerhard Walch
Art. Nr.: PM002
ISBN 978-3-9803180-0-6
80 Seiten, broschiert

 

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Gedichte und Prosa über zwei Rebläuse – Winn und Winne- und deren Leben in der Pfalz.
Prosa in hochdeutsch, Gedichte in „pälzer Mundart“.

Anhang mit alten Mundartausdrücken und fast vergessenen Redensarten aus der Pfalz.

Das Urige und Bodenständige, aber auch das Zupackende und Direkte unserer pfälzischen Sprache zeigt er an einer Auswahl landestypischer Ausdrücke, wobei deren Semantik aus verschiedenen Blickwinkeln heraus liebevoll beleuchtet wird

– Die Rheinpfalz

Die Gschichle un Gedichte aus der Feder des urwüchsigen Pfälzers eignen sich als köstlicher Unterhaltungsstoff bestens bei vergnüglichen Runden zum Vorlesen.

– Die Rheinpfalz

Was Pfälzer Rebläuse so erzählen
Mundartdichter Richard Müller stellt sein neues Buch im Straßenmuseum vor

Lausige Zeiten für die Pfälzer. Sie werden nun aus der Sicht von zwei Reblaus-Winzlingen peinlich genau erforscht und beschrieben. Diese urwüchsige wie originelle Idee hatte der Sondernheimer Mundart-verfechter Richard Müller, der am Dienstagabend sein druckfrisches Büchlein mit dem Titel „Winn und Winne – Pälzer Reblausgschichde“ im Straßenmuseum vorstellte. Die Präsentation geriet dabei zum vergnüglichen Streifzug durch das Leben der Bewohner unseres sonnendurchfluteten Landstriches. Müller ist es dabei gelungen, einen dialektgesättigten Volltreffer zu landen. Auf 80 Seiten findet der Leser allerhand Unterhaltsames. Mundart sei die Mutter der Hochsprache, zitiert der Autor, Anglizismen dagegen die Stiefmutter des Schreibens.
Das „Schlitzohr vun Sunnerem“ wechselte zwischen Schriftsprache und Dialekt und sorgte für Situationskomik. Müller las, juxte, streute Späßlein ein, legte die (hohe) Denkerstirn in Falten, sinnierte und agierte sprachlich geschliffen.
Von der lausigen Einführung des Vorwortes bis zum dokumentarischen Anhang servierte der frühere Amtvorsteher des Germersheimer Bahnhofes flotte Mundart-Kost. Mal gereimt, mal in Prosa, läßt Müller die Rebläuse Winn und Winne reden „wie ihnen die Schnawwel gewachse is“.
Alle Texte sind sauber recherchiert, wissenschaftlich fundiert und ins rechte Versmaß gebracht. Schilderungen und Eindrücke überwiegen zwar, doch verdient auch der Anhang Erwähnung. Der humorvolle Zeitgenosse hat dort allerhand vergessene Ausdrücke und Worte in der „Mudderschbrooch“ gesammelt und somit der Nachwelt erhalten.
Natürlich kommt auch das Thema Wein bei den Anektdoten und Schilderungen nicht zu kurz. Müller spießt aber auch Allzumenschliches auf, macht sich über das oft mausgraue Alltagseinerlei so seine Gedanken und stöbert gar im Sexualleben. Ein fideler Schelm zwinkert schließlich zwischen allen Zeilen.

Die Rheinpfalz, 5.November 1992